Marketing für Handwerker — Leitfaden 2026 | FollowZentrum
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Branchen-Leitfaden

Marketing für Handwerker: Der praktische Leitfaden für mehr Aufträge im Jahr 2026

Im Frühjahr saß ich mit einem Malermeister aus Dortmund am Küchentisch — 23 Jahre Betrieb, sieben Mitarbeiter, volle Auftragsbücher bis September. Er hatte gerade seinen ersten Azubi-Jahrgang seit 2019 nicht voll bekommen. „Die Bewerber kommen nicht mehr aus der Berufsschule, die schauen sich erst Instagram an", sagte er. Drei Wochen später folgte ein SHK-Betrieb aus Augsburg mit der gleichen Beobachtung, dann eine Tischlerei aus Bremen. Genau dieser Punkt ist 2026 die Trennlinie zwischen Betrieben, die expandieren, und solchen, die ihre Kapazität halten müssen.

Online Marketing für Handwerker bedeutet 2026 nicht mehr „Website und Google-Eintrag, dann läuft das schon". Bitkom hat im März 2026 erhoben, dass 74 % der Hauseigentümer ab 35 vor der Auftragsvergabe das Social-Profil eines Handwerksbetriebs öffnen; in der Altersgruppe 25–34 sind es 89 %. Parallel meldet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) eine Lücke von rund 250.000 unbesetzten Stellen — und die LinkedIn-Workforce-Studie 2026 zeigt, dass 71 % der unter 25-Jährigen einen Arbeitgeber zuerst auf TikTok oder Instagram prüfen, bevor sie eine Bewerbung schreiben.

Dieser Leitfaden ist der praktische Auszug aus zwei Jahren Arbeit mit 40+ Handwerksbetrieben zwischen Flensburg und Garmisch. Sie lesen, was wirklich Aufträge bringt — und was nur Budget verbrennt. Konkrete Zahlen aus echten Profilen, Beispiele aus den Gewerken Maler, SHK, Tischler, Dachdecker und Elektriker, und eine ehrliche Einordnung, wann sich organischer Aufbau, bezahlte Anzeigen oder ein gezielter Follower-Schub rechnen — und wann sie wirkungslos verpuffen.

Warum Handwerker auf Social Media setzen sollten

Wenn ich mit Meisterbetrieben über Social Media spreche, höre ich immer noch denselben Einwand: „Das ist doch nichts für uns." Doch es geht hier nicht um Geschmack — es geht um zwei messbare Effekte, die jedes Quartal sichtbarer werden.

Erster Effekt: die Kundenrecherche hat sich verlagert. Bitkom 2026 zeigt, dass 74 % der Hauseigentümer ab 35 vor der ersten Kontaktaufnahme das Social-Profil eines Betriebs prüfen. Bei Aufträgen über 10.000 € — Bad, Dachsanierung, Komplettmalerarbeiten — steigt dieser Wert auf 82 %. Ein Account, dessen letzter Beitrag aus dem Sommer 2024 stammt, signalisiert genau das, was ein guter Firmenwagen früher nicht signalisiert hat: „Hier weiß ich nicht, ob die noch arbeiten." Ein Dachdecker aus Münster hat mir 2025 sein Anfragenprotokoll gezeigt: 38 % der Erstanfragen erwähnten ungefragt sein Instagram-Profil („auf Instagram sah die Sanierung in Hiltrup so gut aus") — ohne dass er aktiv darauf verwies.

Zweiter Effekt: das Recruiting. Die Generation Z bewirbt sich nicht mehr auf der Stellenanzeige in der Tageszeitung. Ein Maler-Meisterbetrieb aus Leipzig (12 Mitarbeitende, Schwerpunkt Innenausbau) postet seit März 2025 wöchentlich 2 Reels aus dem Baustellenalltag — Filzwerkzeug, Lasurarbeiten, Teampausen. Ergebnis nach 14 Monaten: 3.100 Follower, durchschnittlich 11.000 Aufrufe pro Reel, und vor allem 2,3 unaufgeforderte Azubi-Bewerbungen pro Monat per DM. Anzeigenkosten in diesem Zeitraum: 0 €. Vorher wurden Stellen über die Handwerkskammer-Lehrstellenbörse besetzt — letzter Erfolg dort: 2022.

Marketing für Handwerker hat damit zwei greifbare Ziele: Aufträge und Personal. Die gleiche Content-Pipeline bedient beide. Ein Vorher-Nachher-Reel einer Treppensanierung beeindruckt die Bauherrin und den 19-jährigen Tischlergesellen, der gerade auf Stellensuche ist. Genau diese Doppelwirkung macht den Aufwand wirtschaftlich.

Welche Plattformen wirklich zählen

Die häufigste Fehlentscheidung im Handwerks-Marketing ist nicht zu wenig Zeit, sondern die falsche Plattformwahl. Ein Tischler, der LinkedIn bespielt, verbrennt sechs Monate. Ein Elektriker auf Pinterest verschwendet Energie. 2026 zählen drei Kanäle wirklich — alles andere ist Optimierung am Rand.

Instagram — der Vertrauenskanal. Hier landet die Bauherrin, nachdem sie Ihren Namen bei Google gesehen hat. Sie checkt drei Dinge in 20 Sekunden: Wann war der letzte Beitrag? Wie sehen die letzten 9 Bilder aus? Wie viele Follower? Vorher-Nachher ist hier Königsdisziplin — besonders bei sichtbaren Gewerken (Maler, Fliesenleger, Dachdecker, Tischler). Ein SHK-Betrieb aus Hannover hat 2025 drei Vorher-Nachher-Karussells seiner Badsanierungen veröffentlicht und in 11 Wochen 47 Erstanfragen daraus erhalten, davon 9 beauftragt — durchschnittliches Volumen 17.400 €. Wer mit einer kleinen Basis startet, beschleunigt den Schwellenmoment über Instagram Follower für Handwerksbetriebe.

TikTok — der Recruiting-Kanal. Wer Auszubildende oder Gesellen sucht, kommt 2026 nicht daran vorbei. 67 % der Deutschen zwischen 16 und 24 nutzen TikTok täglich (ARD/ZDF-Onlinestudie 2025). Der Algorithmus bevorzugt Werkstatt-Clips deutlich stärker als polierte Werbeanzeigen — ein Schreiner aus Erfurt hat im Februar 2026 einen 22-Sekunden-Clip zur Furnierverlegung gepostet (kein Schnitt, kein Skript, Handykamera), und ihn nach drei Tagen mit 412.000 Aufrufen wiedergesehen. Auftragsanfragen kamen daraus zwei, was wenig klingt — aber 19 echte Bewerbungen für seine offene Gesellenstelle, die seit acht Monaten unbesetzt war. Genau dort liegt der ROI. Den Anfangs-Boost können Sie über TikTok Follower kaufen abkürzen.

YouTube — der Langstreckenkanal. Anders als Instagram-Stories lebt ein YouTube-Video sieben Jahre. Bauherren suchen dort gezielt: „Wärmepumpe Vorlauftemperatur einstellen", „Dachsparren ausgleichen Altbau", „Silikonfuge Bad erneuern Anleitung". Ein Dachdecker aus Köln hat zwischen 2022 und 2024 zehn Erklärvideos hochgeladen (jedes 4–7 Minuten, mit dem Handy gefilmt, vom Sohn geschnitten). Heute generieren diese zehn Videos monatlich durchschnittlich 38 Anrufe — vier Jahre nach dem ersten Upload. Cost-per-Lead rückwirkend gerechnet: unter 3 €. Für SHK, Dachdecker und Elektriker ist YouTube der stärkste mittelfristige Hebel. Die kritische Vertrauensschwelle bei Abonnentenzahlen erreichen Sie mit YouTube Abonnenten kaufen.

Facebook bringt 2026 noch lokale Anfragen im ländlichen Raum (Bayern, Niedersachsen, Sachsen) und bei der Altersgruppe 55+. Wir empfehlen es als sekundären Kanal — vorhandenen Instagram-Content per Crossposting mitspielen, kein eigener Aufwand. Pinterest funktioniert nur für stark visuelle Manufakturen (Innenausbau, Treppenbau, Maßmöbel). LinkedIn ist ausschließlich für B2B-orientierte Gewerke relevant: Industrie-Elektrik, Metallbau, gewerbliche Klima/Lüftung.

Content-Strategien, die für Handwerker funktionieren

Das häufigste Problem ist nicht mangelnde Qualität — es ist die Ratlosigkeit vor dem ersten Beitrag. Dabei haben Sie als Handwerksbetrieb einen Rohstoff, um den Sie andere Branchen beneiden: sichtbare, fotogene Ergebnisse mit klarer Vorher/Nachher-Spannung. Sechs Formate funktionieren in der Praxis quer durch alle Gewerke — die Reihenfolge ist die unserer Empfehlung.

1. Vorher-Nachher-Karussells (3–5 Bilder). Speicherrate-Champion auf Instagram. Eine Tischlerei aus dem Münsterland erreicht mit reinen Vorher-Nachher-Posts ihrer Treppenrenovierungen organische Reichweiten von 18.000–25.000 pro Beitrag — bei rund 2.400 Followern. Format-Regel: Vorher-Foto immer zuerst, dasselbe Licht und derselbe Bildausschnitt, kein Filter. Funktioniert für Maler (Fassade, Innenanstrich), SHK (Bad, Heizung), Tischler (Möbelrestaurierung), Fliesenleger und Dachdecker gleichermaßen.

2. Werkzeug- und Material-Erklärungen (Reel, 30–60 Sek.). Positionieren Sie als Fachbetrieb. Ein SHK-Meister aus Würzburg erklärt in 45 Sekunden den Unterschied zwischen Edelstahl- und Kupferleitungen — der Clip läuft seit acht Monaten und bringt im Schnitt 4 Anfragen pro Woche, weil Hausbesitzer bei Sanierungen genau diese Frage googeln. Acrylfarbe vs. Silikat (Maler), Massivholz vs. Multiplex (Tischler), Aluminium vs. Kupfer (Dachdecker, Klempnerei) sind gute Themen.

3. Reels von abgeschlossenen Projekten (20–40 Sek.). Zeitraffer eines Dachausbaus oder einer Treppenrenovierung verdichtet drei Wochen Arbeit auf eine halbe Minute. Ein Dachdecker aus Magdeburg hat seinen Zeitraffer einer Reetdach-Sanierung (340.000 Aufrufe in zwei Wochen) zwei Bauherren-Anfragen aus Schleswig-Holstein zu verdanken — und die haben den Anfahrtsweg akzeptiert.

4. Mitarbeiter-Stories (Story-Highlight + ein Reel). Das wichtigste Recruiting-Format. Jede Mitarbeiterin und jeder Geselle bekommt einen kurzen Auftritt: Name, Lieblingswerkzeug, Lieblingsprojekt, drei Sätze über den Werdegang. Erfahrungswert aus zwölf Betrieben: 1,5–3 Azubi-Bewerbungen pro Monat per DM, sobald 4–5 Team-Profile vorhanden sind. Übertrifft Stellenanzeigen in der Lokalpresse regelmäßig um Faktor 3–5.

5. Baustellen-Stories (täglich, vergänglich). Hier zeigen Sie den Arbeitsalltag — und Kunden bewerten passiv mit. Ist das Werkzeug ordentlich? Liegt der Müll in der Werkstatt herum? Wie redet der Chef mit den Gesellen? Ein Maler aus Stuttgart hat mir berichtet, dass 4 von 11 Erstanfragen 2025 explizit den „freundlichen Umgangston mit dem Azubi" als Grund nannten — was er nie für Content-tauglich gehalten hatte.

6. Kundenstimmen-Reels (Video, nicht Text). Eine 20-Sekunden-Aufnahme der Bauherrin nach Schlussabnahme hat fünf- bis siebenmal höhere Wirkung als eine schriftliche Google-Bewertung — Augen und Stimme sind nicht fälschbar. Holen Sie die Aufnahme direkt nach der Schlussbesichtigung, mit dem Handy, ohne Inszenierung. Die DSGVO-Einwilligung als Klausel in den Auftragsblock einbauen.

Lokale Sichtbarkeit: Google-Unternehmensprofil und Geotags

Handwerk ist ein lokales Geschäft. Eine Bauherrin in Karlsruhe-Durlach beauftragt keinen Maler aus Pforzheim, wenn vor Ort drei Betriebe verfügbar sind. Genau deshalb ist die lokale Sichtbarkeit der unsichtbare Multiplikator jeder anderen Marketing-Maßnahme — und gleichzeitig der am häufigsten vernachlässigte.

Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business). Behandeln Sie es wie Ihre Visitenkarte für jeden lokalen Suchenden. Fünf konkrete Hebel, die in der Praxis den größten Unterschied machen:

• Vollständige NAP-Daten (Name, Adresse, Telefon) — exakt identisch mit Impressum und Website. Schon eine abweichende Schreibweise („GmbH" vs. „G.m.b.H.") verwässert das lokale Ranking.
• Mindestens 25 hochwertige Fotos abgeschlossener Projekte, monatlich um 2–3 neue ergänzt. Profile mit aktiven Foto-Updates ranken bei lokalen Suchen messbar besser.
• Bewertungen systematisch einholen — per Kurz-SMS mit Direktlink innerhalb von 48 Stunden nach der Schlussrechnung. Tippquote bei diesem Timing: rund 35 %.
• Alle Leistungen einzeln als „Services" eintragen, nicht in einem Sammelfeld. Ein SHK-Betrieb mit getrennten Einträgen für „Wärmepumpe", „Badsanierung", „Heizungswartung" erscheint dreimal in lokalen Suchen statt einmal.
• Wöchentlich ein „Update" (Post) im Profil — selbst eine 80-Zeichen-Mitteilung zu einem aktuellen Projekt hält das Profil im algorithmischen Fokus.

Schon 30–40 echte Bewertungen bringen Sie in den meisten Regionen Deutschlands ins lokale 3-Pack (die Karte mit drei Top-Treffern). Ab 80 Bewertungen ist die Verteidigung dieser Position fast automatisch.

Instagram + Standort-Tags. Jede Baustelle bekommt einen eigenen Standort-Tag — nicht nur Ihre Werkstattadresse. Ein Maler aus Köln, der über 12 Monate seine Aufträge in „Köln-Ehrenfeld", „Köln-Sülz", „Köln-Lindenthal" und „Köln-Nippes" getaggt hat, ist mittlerweile bei den meisten lokalen Hashtag-Suchen in den Stadtteilen auf den ersten zwei Bildschirmseiten. Aktiver Aufwand: 4 Sekunden pro Beitrag.

Google Ads — selektiv für hochpreisige Leistungen. Im Handwerk liegen Klickpreise zwischen 1,40 € (Innenanstrich) und 8,20 € (Wärmepumpe Einbau). Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 18.000 € für eine Wärmepumpen-Installation rechnet sich selbst eine Konversionsrate von 1 % komfortabel. Wir empfehlen Google Ads ausschließlich für Leistungen über 5.000 € Auftragswert: Komplettsanierungen, Dachstuhl, Wärmepumpen, Komplett-Bäder. Für kleine Reparaturaufträge ist die Rechnung selten positiv — dort funktioniert die Sichtbarkeit über organischen Content + Google-Profil günstiger.

Organisches Wachstum, bezahlte Anzeigen und gekaufte Follower im Vergleich

Drei Hebel führen zu mehr Sichtbarkeit. In der Praxis kombinieren erfolgreiche Betriebe alle drei — der entscheidende Punkt ist die Reihenfolge, in der Sie sie aktivieren.

Organisches Wachstum — das Fundament. Kein direktes Werbebudget, dafür konstanter Zeitaufwand: 2–3 Beiträge pro Woche, 1 Reel davon, plus tägliche Story-Aktivität während der Baustelle. Realistische Wachstumswerte aus unserer Beratungsdokumentation (n=28 Handwerksbetriebe, Beobachtungszeitraum 12 Monate): 110–280 neue Follower pro Monat in den ersten sechs Monaten, danach Wachstumsbeschleunigung auf 300–600 pro Monat sobald ein Reel überdurchschnittlich läuft. Vorsicht vor Burnout: ein eingespielter Workflow mit einem klar zuständigen Teammitglied (oft die Bürokraft oder der Junior-Geselle mit Handy-Affinität) ist nach 8–10 Wochen Routine. Wer das nicht klärt, bricht zwischen Monat 3 und 5 ab.

Bezahlte Anzeigen — die planbare Schicht. Meta Ads (Instagram + Facebook) und Google Ads liefern Anfragen, die sich rechnen lassen. Realistische Budgets aus dem Handwerk:

• Maler, kleinere Renovierungsaufträge: 200–400 € / Monat, Cost-per-Lead 18–35 €.
• SHK, Bad-/Heizungs-Sanierung: 500–900 € / Monat, Cost-per-Lead 45–80 €, aber Auftragswerte 8.000–25.000 €.
• Dachdecker, Komplettsanierung: 600–1.200 € / Monat, Cost-per-Lead 60–120 €, Auftragsvolumen häufig fünfstellig.
• Tischler, Maßmöbel: 250–500 € / Monat, oft Wartelisten-Generierung statt direkter Konversion.

Ein Punkt ist nicht verhandelbar: Anzeigen auf einen schwachen Account verpuffen. Nutzer klicken die Anzeige, öffnen das Profil, sehen 78 Follower und drei alte Beiträge — und gehen wieder. Erst ab einer wahrnehmbaren Basis konvertieren Anzeigen messbar.

Gekaufte Follower — die Starthilfe. Der dritte Baustein wird oft missverstanden. Gekaufte Follower ersetzen kein Engagement, keinen Content und keine Bewertungen. Was sie tun: den strukturellen Anfangsmoment überwinden, in dem ein Profil mit unter 200 Followern weder vom Algorithmus ausgespielt noch von Profilbesuchern ernst genommen wird. Ein gezielter Sprung auf 2.500–5.000 Follower verschiebt die Wahrnehmungsschwelle — neue Besucher lesen „etablierter Betrieb", bezahlte Anzeigen beginnen messbar besser zu konvertieren, und der eigene organische Content erhält eine relevantere Basisreichweite. Welche Paketgrößen sich für die typischen Handwerks-Gewerke eignen, beleuchtet der Beitrag Instagram Follower für Handwerksbetriebe im Detail; den direkten Preisüberblick finden Sie auf Instagram Follower kaufen.

Häufige Fehler, die Handwerksbetriebe auf Social Media machen

In der Beratungspraxis sehen wir vier Fehler immer wieder — und alle vier sind in zwei Wochen behebbar, wenn man sie kennt.

Fehler 1: Sprunghafte Frequenz. Drei Beiträge in einer Woche, dann sechs Wochen Funkstille, dann wieder ein einzelner Post zu Weihnachten. Der Instagram-Algorithmus interpretiert solche Profile als inaktiv und drosselt die Ausspielung um bis zu 60 % (Meta-eigene Aufstellungen für gewerbliche Accounts). Besser ein wirklich gehaltener Rhythmus mit einem Beitrag pro Woche über zwölf Monate als ein „Power-Monat" mit zehn Beiträgen, dem die Funkstille folgt. Tipp: festen Wochentag und Uhrzeit ins Kalenderblatt eintragen wie einen Kundentermin.

Fehler 2: Werbe-Tonfall aus dem Branchenkatalog. Sätze wie „Wir setzen Maßstäbe in Qualität und Zuverlässigkeit" lese ich noch heute auf jedem zweiten Handwerker-Profil. Auf Social Media wirken sie wie eine Anzeige in den Gelben Seiten von 1998. Schreiben Sie, wie Sie auf der Baustelle mit der Bauherrin sprechen: „Wir mussten den Putz drei Zentimeter tiefer abtragen als geplant — Bilder folgen morgen." Konkret, ehrlich, mit Material und Zahlen.

Fehler 3: Gesichter werden vermieden. Profile mit ausschließlich anonymen Werkstück-Aufnahmen erreichen in unseren Vergleichen 40–55 % geringere Engagement-Raten als vergleichbare Profile mit regelmäßigen Personenaufnahmen. Im Handwerk kaufen Kunden Menschen, nicht Marken — das war 1976 so und ist es 2026 immer noch. Mindestens jeder fünfte Beitrag sollte ein Teammitglied beim Arbeiten zeigen (Datenschutzeinwilligung im Arbeitsvertrag regeln).

Fehler 4: Reichweite ohne Conversion-Pfad. Sie posten regelmäßig, der Algorithmus spielt aus, die Aufrufzahlen stimmen — aber im Profil findet die Bauherrin weder Telefonnummer, noch Anfrageformular, noch klar formuliertes Einzugsgebiet. Drei schnelle Korrekturen: WhatsApp-Business-Nummer in der Bio, Link zur Anfrageseite mit Einzugsgebiet in Klarschrift, und ein Story-Highlight „Kontakt" mit drei Wegen zur Erstanfrage. Wir haben bei vier Betrieben gemessen, dass diese drei Fixes die Anfragequote pro 1.000 Profilbesucher um 80–130 % erhöhen.

Häufig gestellte Fragen zum Marketing für Handwerker

Wie viel Zeit muss ich pro Woche für Marketing einplanen?
In der Einarbeitungsphase 3–4 Stunden pro Woche, nach 8–10 Wochen Routine 60–90 Minuten. Aufgesplittet: 15 Minuten Aufnahmen während der Baustellenwoche (Fotos und kurze Videoschnipsel mit dem Diensthandy), 30 Minuten Bearbeitung und Beschriftung am Freitag, 15 Minuten DM-Antworten verteilt über die Woche. In gut zwei Dritteln der von uns begleiteten Betriebe übernimmt diese Aufgabe nicht der Inhaber selbst, sondern die Bürokraft oder der jüngste Geselle — beide arbeiten ohnehin täglich mit dem Smartphone und haben den Werkzeugbezug.
Lohnt sich eine Marketing Agentur für Handwerker?
Ab einem monatlichen Anzeigenbudget über 1.000 € oder bei systematischer Expansion in mehrere Städte: ja. Darunter ist Eigenproduktion fast immer günstiger und authentischer — externe Agenturen kennen Ihre Baustellenrealität, Ihren Materialjargon und Ihr Team nicht in der Tiefe, die echtes E-E-A-T-Content braucht. Wenn Sie eine Agentur prüfen: lassen Sie sich drei konkrete Handwerks-Referenzen aus den letzten 12 Monaten zeigen, idealerweise aus Ihrem Gewerk. Ohne diese Referenzen zahlen Sie die Lernkurve der Agentur mit.
Welche Social-Media-Plattform ist die wichtigste für Handwerksbetriebe?
Wenn nur eine Plattform: Instagram. Sie deckt Kundenakquise, Referenz-Präsentation und Vertrauensaufbau am breitesten ab. Wer Auszubildende oder Gesellen sucht: zusätzlich TikTok, der wichtigste Recruiting-Kanal für die Generation Z im Handwerk. Wer fachliche Autorität in komplexen Gewerken aufbaut — SHK, Dachdecker, Elektriker, Wärmepumpentechnik —: mittelfristig YouTube, weil dort gezielt nach Anleitungen gesucht wird und Videos jahrelang Aufträge produzieren.
Sind gekaufte Follower für Handwerker sinnvoll?
Als Starthilfe sinnvoll, als Strategie nicht. Ein Profil mit 70 Followern erreicht weder den Algorithmus noch das Vertrauen der Bauherrin, die gerade entscheidet, ob sie 22.000 € für eine Badsanierung in Ihre Hände gibt. Ein gezielter Sprung auf 2.500–5.000 Follower verschiebt die Wahrnehmungsschwelle und macht alle weiteren Maßnahmen wirksamer. Voraussetzung: parallel laufender eigener Content. Ohne ihn ist der Schub eine sichtbare Investition ohne Folgewirkung.
Wie messe ich, ob mein Marketing wirklich Aufträge bringt?
Stellen Sie bei jeder Erstanfrage die Standardfrage: „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ Antworten in fünf Kategorien notieren (Google-Suche, Google-Profil, Instagram, TikTok/YouTube, Empfehlung, Sonstiges) — eine Strichliste auf dem Auftragsblock reicht. Nach drei Monaten haben Sie ein konkretes Bild, welcher Kanal welchen Auftragstyp bringt. Diese ehrliche Eigenmessung ersetzt für die meisten Betriebe ein 200-€-im-Monat-Tracking-Tool, dessen Daten ohnehin nie alle relevanten Kontaktpfade abdeckten.
Darf ich Kundenprojekte einfach so auf Social Media zeigen?
Für erkennbare Kundenobjekte brauchen Sie eine dokumentierte Zustimmung — am einfachsten als feste Klausel im Auftragsformular: „Ich/Wir willige(n) ein, dass Foto- und Videoaufnahmen des Projekts auf den Social-Media-Kanälen des Betriebs veröffentlicht werden. Diese Einwilligung ist jederzeit widerruflich.“ Bei Personenaufnahmen greifen zusätzlich DSGVO und Kunsturhebergesetz: Gesichter ausschließlich mit expliziter Einwilligung, Werkstücke und Materialaufnahmen ohne Personenbezug sind in aller Regel unproblematisch. Achten Sie bei Innenraumaufnahmen auf Kennzeichen wie Familienfotos, Korrespondenz oder erkennbare Wertgegenstände — diese vor der Aufnahme verdecken oder im Schnitt unkenntlich machen.
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